Richtigen Matratzen Härtegrad finden

Die Auswahl der passenden Matratze ist von großer Wichtigkeit: Eine Produkt mit schlechten Eigenschaften oder falscher Härte verhindert nicht nur ruhigen und erholsamen Schlaf, sondern kann auch Auslöser von Rückenbeschwerden sein. Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Allergiker stellen zudem ganz besondere Anforderungen an ihre Matratze. Wie unterscheiden sich die Matratzen, welcher Matratzen Test ist gut und worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Richtiger Matratzentyp

Bei der Wahl der Matratze muss eine grundsätzliche Entscheidung über den Typ getroffen werden – in den meisten Fällen dürfte eine Kaltschaum- oder Federkernmatratze gewählt werden. Danach muss die passende Härte bestimmt werden, was für den Schlafkomfort von großer Bedeutung ist. Zwar hängt die Wahl der richtigen Härte auch von persönlichen Präferenzen ab, allerdings sind auch gesundheitliche Aspekte zu berücksichtigen. Eine falsche Härte kann unter anderem die Wirbelsäule zusätzlich belasten und damit Rückenbeschwerden hervorrufen. Wie sollte die Auswahl stattfinden?

Sollte ich eine harte oder weiche Matratze kaufen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Wichtig ist, dass Sie eine Matratze der richtigen Härte kaufen. Es hängt dabei unter anderem von Ihrem Körpergewicht und der Größe ab, welcher Härtegrad zu bevorzugen ist. Prinzipiell sollte eine natürliche Körperhaltung unterstützt werden. Bei einer zu weichen Matratze ist dies nicht der Fall, weil es zu einem „Einsinken“ der schwereren Körperpartien kommt. Bei zu harten Matratzen können wiederum Druckstellen und Durchblutungsstörungen im Nackenbereich entstehen, weil die Wirbelsäule einknickt. Hier zeigt sich als: Der Mittelweg ist die beste Wahl.

Welcher Härtegrad ist der richtige?

Grundsätzlich werden üblicherweise fünf Härtegrade angeboten, die eine Einteilung nach dem Körpergewicht vornehmen:

  • Härtegrad 1: bis zu 60 kg
  • Härtegrad 2: 60 bis 80 kg
  • Härtegrad 3: 80 bis 110 kg
  • Härtegrad 4: 110 bis 140 kg
  • Härtegrad 5: über 140 kg

Dabei müssen aber einige Dinge beachtet werden. Denn zum einen lassen sich pauschale Einschätzungen nach dem Körpergewicht nicht vornehmen, weil auch die Größe eine Rolle spielt. Bei einer geringeren Körpergröße ist die punktuelle Belastung mit demselben Körpergewicht entsprechend höher. Zudem wird ein individueller Faktor nicht berücksichtigt, der sich nach den persönlichen Vorlieben richtet. Vor allem wird hier eine Vergleichbarkeit zwischen den Herstellern unterstellt, die es in dieser Form nicht gibt.

Denn was ein Hersteller für bestimmtes Körpergewicht als geeignet ansieht, muss noch nicht der Einschätzung eines anderen Herstellers entsprechen. Es handelt es sich hier nicht um einen objektiven Kennwert, sondern eine Einordnung, die von jedem Produzenten anders vorgenommen wird. Wer eine Matratze kauft, sollte sich also nicht blind auf die Herstellerangaben zum Härtegrad verlassen sondern nach Möglichkeit probeliegen. Eine weitaus objektive Einteilung als durch den Härtegrad kann mithilfe der Stauchhärte vorgenommen werden.

Wie können ein Topper und Lattenrost helfen die Matratze härter oder weicher zu machen?

Topper bestehen – wie die meisten Matratzen auch – aus Schaum. Durch die gewählte Festigkeit kann der Topper als oberste Schicht den Härtegrad beeinflussen. In der Regel wird ein Topper empfohlen, wenn die Matratze zu hart ist. Prinzipiell spricht aber nichts gegen einen harten Kaltschaum-Topper, wenn der Liegekomfort wegen einer zu weichen Matratze leidet. Die Matratzenauflage wird deshalb durchaus auch als „zweite“ Matratze bezeichnet, die abfedert, was der eigentlichen Matratze nicht gelingt. Dass es sich dabei um eine ausgezeichnete Möglichkeit handelt, den Liegekomfort zu beeinflussen, zeigen die etablierten Hersteller: Viele Premium-Matratzen werden mit wendbaren Toppern in unterschiedlichen Härten ausgeliefert.

In ähnlicher Weise gilt dies auch für den Lattenrost. Vor allem zu weiche Matratzen können durch eine stabile Unterfederung unterstützt werden. Ein Vorteil: Der Lattenrost lässt sich in der Regel in der Härte verstellen. Darüber hinaus können meist auch unterschiedliche Positionen gewählt werden. Umgekehrt gilt auch, dass harte Matratzen mit einem eher flexiblen Lattenrost kombiniert werden sollten. Dadurch kann ein schlechteres Nachgeben der Matratze zu einem gewissen Grad kompensiert werden. Wichtig beim Kauf: Die Abstände der Latten sollten nach Möglichkeit vier bis fünf Zentimeter nicht überschreiten.

Beim Probeliegen im Fachgeschäft sollte die Wunschmatratze also nach Möglichkeit auch mit dem passenden Lattenrost getestet werden, damit es nach der Lieferung nicht zuhause zu einer Überraschung kommt. Bei einigen modernen Matratzen aus unterschiedlichen Schaumschichten kann auf das Lattenrost allerdings durchaus verzichtet werden.

Was sagt die Stauchhärte aus?

Die Stauchhärte von Matratzen gibt gewissermaßen die Festigkeit des Schaumes an. Dabei handelt es sich um einen Wert in Kilopascal (kPa), also eine Druckangabe. Ein Wert von einem kPa würde bedeuten, dass je Quadratmeter Matratze ein Gewicht von etwa 10 Kilogramm notwendig wäre, um die Matratze bis zu einem gewissen Punkt einzudrücken. In der Regel handelt es sich dabei um 25, 40 oder 65 Prozent der Ausgangshöhe, zu denen die Angaben gemacht werden. Im Unterschied zum Härtegrad handelt es sich also hier um eine objektive Kennzahl zur Ermittlung der Härte, die auch über Herstellergrenzen hinweg vergleichbar ist.