Wasserbetten Test 2016 – hierauf müssen Sie achten

Wie sind Wasserbetten aufgebaut?

Flüssigkeiten wie Wasser sind inkompressibel, was bedeutet, dass sie sich – anders als Luft – nicht zusammendrücken lassen. Die Härte eines Wasserbettes hängt demnach nur davon ab, wie hoch der Wasserdruck ist. Die Annahme, dass der Aufbau sich auf einen Rahmen und eine mit Wasser gefüllte Matratze beschränkt, ist dennoch falsch. Grundlage für das Wasserbett ist ein Sockel. Seine Aufgabe besteht in der gleichmäßigen Verteilung des Gewichts: Wasserbetten können durchaus einige Hundert Kilogramm wiegen. Um Beschädigungen am Boden zu verhindern, muss eine Lastverteilung auf die gesamte Fläche erfolgen. Beleuchtete Sockel schaffen zudem ein schönes Ambiente; Sockel mit Schubladen offenbaren zusätzlichen Stauraum.

Auf dem Sockel liegt die mit Wasser gefüllte Matratze, die zusätzlich durch eine hoch feste Holzfaserplatte stabilisiert wird. Die Matratze ist besteht aus verschiedenen Schichten, die in Zusammenspiel mit der Wasserfüllung den Härtegrad bestimmen. Eine Vinylfolie schützt die Matratze vor Beschädigungen und damit auch Undichtigkeiten.

Durchschnittlich verliert ein Mensch einen halben Liter Feuchtigkeit pro Nacht. Dieser Schweiß kann durch die Matratze schon wegen der notwendigen Dichtigkeit nicht aufgenommen werden. Damit diese Flüssigkeit aufgenommen und abtransportiert wird, ist die Matratze noch mit einem Überzug aus natürlichem Stoff geschützt. Der Überzug ist häufig mit einem Reißverschluss befestigt und leicht zum Waschen entfernbar.

Vorteile:

– hoher Liegekomfort
– keine Druckpunkte, die sie durch Federkerne von Matratzen entstehen können
– hohe Haltbarkeit, Wasserbetten halten ca. dreimal so lange wie konventionelle Matratzen, die etwa alle fünf Jahre ausgetauscht werden müssen
– ausgezeichnete Hygiene, viele Auflagen lassen sich bei 95°C waschen, der Wasserkern kann ausgetauscht werden
– Wasserbetten können im Sommer kühlen und im Winter wärmen

Nachteile:

– hohes Gewicht, mögliche Schwierigkeiten bei Altbauten
– vergleichsweise hohe Anschaffungskosten
– hoher Strombedarf durch das Kühlen und Beheizen, rund 200 – 500 kWh/Jahr zusätzlicher Energieverbrauch
– notwendiger Pflegeaufwand, sonst Risiko der Algenbildung und des „Umkippens“ des Wassers
– je nach Auflage kann es dazu kommen, dass Körperflüssigkeit nicht aufgenommen werden kann und verdunstet

Wieviel kosten Wasserbetten?

Eine pauschale Einschätzung lässt sich hinsichtlich der Kosten kaum treffen. Wie bei herkömmlichen Betten auch, ist die Preisspanne groß: Zwischen 400 und etwa 5.000 Euro können für die Anschaffung veranschlagt werden. Ein Markenprodukt der Mittelklasse kostet etwa 1.200 bis 2.000 Euro. Die Preise enthalten jeweils das komplette Bett inklusive Heizung, allerdings nicht den Aufbau und die Anlieferung. Hinsichtlich der Kosten für das Wasserbett dürfen auch die Energiekosten nicht außen vor gelassen werden: Je nach Raumtemperatur und gewünschter Wassertemperatur werden im Mittel etwa 350 kWh/Jahr zusätzlich verbraucht. Bei einem Strompreis von etwa 27 bis 29 Cent je kWh ist von zusätzlichen Stromkosten in Höhe von 100 Euro jährlich auszugehen. Zudem können etwa 20 Euro als Pauschale für Pflegemittel einkalkuliert werden: Neben einem Conditioner, der das Wasser algenfrei hält, sollte die Matratze regelmäßig mit einem Pflegespray behandelt werden.

Sind Wasserbetten sicher?

Ja, Wasserbetten sind sicher. Die Befürchtung, das Wasserbett könnte plötzlich platzen und auslaufen, ist unbegründet, weil das Wasser unter keinem hohen Druck steht. Zudem sorgt eine Wanne dafür, dass das Wasser aufgenommen werden könnte, ohne dass es zu weiteren Schäden in dem Haus oder in der Wohnung käme. Auch die Heizelemente, die in der Regel unter der Matratze angebracht sind, werden entsprechend abgesichert. Dadurch kann die Gefahr von Stromschlägen ausgeschlossen werden.

Was ist Hard- und Softside?

Wasserbetten unterscheiden sich durch zwei grundsätzlich unterschiedliche Konstruktionen. Vor einigen Jahren waren sogenannte Hardside-Betten gebräuchlich. Dabei wurde die mit Wasser gefüllte Matratze durch eine rundumlaufende Rahmenkonstruktion stabilisiert. Diese Variante ist technisch einfach umzusetzen, hat aber Nachteile: Zum einen ist die Kante des Bettes sehr hart. Der Aus- und Einstiegskomfort leidet unter der dabei zu überwindenden und Ecke des Rahmen. Außerdem sorgt ein Metallrahmen für eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Die Konsequenz: Das Wasserbett neigt vor allem im Winter zum Auskühlen, was wiederum durch Nachheizen den Stromverbrauch erhöht.

Sogenannte Softside-Betten sind heute wesentlich verbreiteter. Eine weichere Schaumstoffwanne übernimmt die Rolle der Rahmenkonstruktion. Der Schaumstoff ist weicher und isoliert zudem. Ein Nachteil besteht hierbei aber in dem etwas größeren Platzbedarf.

Test-Fazit zu Wasserbetten

Der Komfort von Wasserbetten ist unübertroffen. Damit ist nicht nur der hohe Liegekomfort gemeint, auch die freie Temperaturwahl kann die Qualität des Schlafs im Winter wie im Sommer erhöhen. Diese besonderen Vorzüge haben allerdings ihren Preis: Die Kosten sind sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt höher als bei einem konventionellen Bett. Hinsichtlich der Anschaffung relativiert sich der Kostennachteil allerdings zum Teil durch die hohe Lebensdauer: Ein Wasserbett kann üblicherweise bis zu 15 Jahre genutzt werden. Nach dieser Zeit ist nur ein Austausch der Matratze notwendig. Während dieser Zeit sollte allerdings eine regelmäßige Pflege stattfinden – sonst können sich Algen bilden.